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JfL 24

TITEL: Jahrbuch für fränkische Landesforschung Bd. 24 (1964). XVIII u. 494 S. mit 70 Abb., 25 Taf. mit 47 Abb., Broschur
HERAUSGEBER: Zentralinstitut für fränkische Landeskunde und allgemeine Regionalforschung an der Universität Erlangen-Nürnberg
ISBN: 3-7686-9040-7



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Z U M   I N H A L T 

Christian Peschek kann an Funden aus dem Spätneolithikum und der Frühbronzezeit auf Kontinuitäten in der fränkischen Früh- und Vorgeschichte hinweisen. Aus dem Bereich der historischen Grundlagenforschung vermittelt Otto Friedrich Winter einen besonders wertvollen Einblick in die Bestände der Wiener Archive, die für die fränkische Forschung von Bedeutung sind. Dem Grenzgebiet von Wirtschafts- und Rechtsgeschichte gehören die Untersuchungen von Hans Lentze über Nürnbergs mittelalterliche Gewerbeverfassung und Rudolf Endres' Ausführungen über die Rivalität Nürnbergs gegenüber Nördlingen an, dessen Messen die Nürnberger gern an sich gezogen hätten. Für die verkehrsgeschichtliche Forschung erschließt Herbert Krüger die oberdeutschen Meilenscheiben des 16. und 17. Jahrhunderts, deren Quellenwert und wechselseitige Abhängigkeit er untersucht. Ein verfassungsgeschichtliches Problem, für dessen Lösung noch Spezialarbeiten beitragen müssen, reißt Hanns Hubert Hofmann an, nämlich die Frage der landständischen Vertretungen in den Territorien des fränkischen Raumes. Der Kunstgeschichte gehören zwei Arbeiten an: Manfred Fischers Bemühungen um die Baugeschichte des Zisterzienserklosters Heilsbronn im 12. und 13. Jahrhundert, die er in die Entwicklung der Zisterzienserarchitektur hineinstellt, und Fritz Zinks Nachweis, daß auf einem Gemälde und einem Kupferstich von Jörg Pencz ein Schnieglinger Landschaftsmotiv seine Darstellung gefunden hat. Auch die musikgeschichtliche Forschung wird durch zwei Beiträge gefördert. Franz Krautwurst verfolgt die Wirksamkeit des Breslauer Orgelbauers Stephan Kaschendorff im fränkischen Raum und besonders im schwäbischen Nördlingen, und Theodor Wohnhaas schildert Leben und Wirken des Medicus und Musicus (Organist und Orgelbauer) Josaphat Weinlin in Franken, besonders in Rothenburg o. T. Besonders reich ist die Ausbeute des Bandes in geistes- und speziell kirchengeschichtlichen Fragen. Helmut Prang erschließt Briefe von Friedrich Rückert, die sein Verhältnis zur fränkischen und bayerischen Landschaft erkennen lassen, Friedrich Wilhelm Kantzenbach führt den Leser in die religiös-philosophische Entwicklung des Erlanger Philosophen Ernst August von Schaden ein, und J. Christian Thiel umreißt die Lebensarbeit des ebenfalls an der Erlanger Universität wirkenden Logikers Georg Leonhard Rabus. Einer besonders bedeutsamen Erscheinung des liberalen Protestantismus der Jahrhundertwende wendet sich Walther von Loewenich mit seiner Studie über Christian Geyer zu, dessen Wirken in Nürnberg bis heute Spuren hinterlassen hat. Auch die Volkskunde ist in dem Band mit zwei Arbeiten vertreten, die im Zusammenhang mit den Vorarbeiten zum Ostfränkischen Wörterbuch gefertigt wurden: Erich Straßner untersucht die Berchtengestalten, Gestalten des Volksaberglaubens, die zur Entstehung mannigfachen Brauchtums in der Mittwinterzeit geführt haben, und Otmar Werner führt die wortgeographische Verbreitung der zahlreichen Synonyma für den Reibekuchen im fränkischen Raum im Zusammenhang mit der territorialen Entwicklung auf. Schon ein oberflächlicher Blick in dieses Buch zeigt die Fülle der hier aufgegriffenen Probleme, die eine vielfältige wissenschaftliche Auswirkung erhoffen lassen.



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