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Familiennamen im Deutschen

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Karlheinz Hengst, Dietlind Krüger (Hg.): Familiennamen im Deutschen. Erforschung und Nachschlagewerke.

637 S., Hardcover, 2009

Achtung: Dieses Werk ist KEIN Namenlexikon!

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Z U M   I N H A L T   ( A L L G E M E I N ) 

Familiennamen sind Sprachdenkmale ganz besonderer Art. Im Wesentlichen in unserem deutschen Sprachgebiet vom 12. bis zum 14. Jahrhundert entstanden, sind sie Konserven des in jener Zeit in Stadt und Land quer durch alle Bevölkerungsschichten verwendeten Wortgutes. Die Prägung dieser Namen erfolgte dabei durch die Mitmenschen. Der Kennzeichnung diente dabei, was an dem zu Benennenden besonders erwähnenswert oder an ihm besonders markant erschien. Ursprünglich handelte es sich also um eine zusätzliche Angabe zur Identifikation für die bis dahin nur einen Namen tragenden Personen.

Die alltägliche Verwendung dieser beigegebenen Namen führte im Laufe der Zeit oftmals zu einer gewissen Abschleifung oder „Abnutzung“, was ihre ursprüngliche Sinnhaftigkeit nicht mehr so leicht erkennen lässt. Andererseits bewahren Familiennamen mundartbedingte Besonderheiten einer Region und in manchen Fällen auch Wörter, die inzwischen im Deutschen außer Gebrauch gekommen sind. Die Folge wiederum ist, dass zahlreiche heutige Familiennamen kaum oder gar nicht mehr „durchschaubar“ erscheinen. Somit stellen unsere Familiennamen heute sprachliche Denkmale aus dem sozialen und kulturellen Leben vor allem des späten Mittelalters dar. Nicht für umsonst gilt ihnen daher das Interesse der Menschen unserer Zeit.

Sowohl Fachleute als auch Interessenten aus Nachbarwissenschaften und der breiten Öffentlichkeit finden in diesem Band einen fundierten Querschnitt der aktuellen Forschung auf dem Gebiet der deutschen Familiennamen. International ausgewiesene Sprach- bzw. Namenforscher sowie Mitwirkende an neuen Forschungsvorhaben präsentieren den derzeitigen Forschungsstand und werfen Fragestellungen zur künftigen Erforschung der Familiennamen aus sprachwissenschaftlicher Sicht auf. Gemeinsames Anliegen aller Beteiligten war es zudem, neue und bisherige Erkenntnisse vertiefende Ergebnisse vorzulegen sowie in Arbeit befindliche Projekte und Vorhaben vorzustellen bzw. aus ihnen erwachsene neue Einsichten in die Geschichte, Verbreitung und Entwicklung der Familiennamen im Deutschen zu bieten. Schließlich war es das Ziel, durch Verweise auf Nachschlagewerke und einschlägige Fachliteratur eine Informationsbasis besonders zu Familiennamen aus fremden Sprachen zu liefern, aber auch entsprechende Forschungsdesiderata zu kennzeichnen.



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B E I T R Ä G E   I M   E I N Z E L N E N 

1. Neue Forschungsprojekte zu Familiennamen
• Konrad Kunze (Freiburg/Breisgau) und Damaris Nübling (Mainz): Der Deutsche Familiennamenatlas als Inspirationsquelle: Jürgen - Udolph - Sechzig - Fünf. S. 21-66.
• Albrecht Greule, Stefan Hackl und Herbert W. Wurster (Regensburg): Perspektiven einer zukünftigen Familiennamenforschung am Beispiel der "Historischen Bevölkerungsdatenbank der Diözese Passau". S. 67-81.

2. Zur Entstehungsgeschichte von Familiennamen
• Friedhelm Debus (Kiel): Die Entstehung der deutschen Familiennamen aus Beinamen. S. 85-108.
• Thomas Fähndrich (Zug/Schweiz): Aus Beinamen werden Familiennamen. Die Verfestigung des Namenbestandes in der Stadt Zug (Schweiz). S. 109-132.
• Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein (München): Tierbezeichnungen als Personennamen. Vom Rufnamen des frühen Mittelalters zum Familiennamen. S. 133-148.
• Sandra Berndt (Leipzig): Weibliche Familiennamen im Deutschen. S. 149-164.
• Kirstin Casemir (Göttingen): Familiennamen als Berufsbezeichnungen. Namengebung und Namenmotivation am Beispiel des Bäckergewerbes. S. 165-192.
• Franziska Menzel (Leipzig): Schlunze, Schlarb und Schlauderaff - Nachlässigkeit, Trägheit und Müßiggang im Spiegel der Familiennamen. S. 193-206.

3. Familiennamenverbreitung, Familiennamengeographie und Sprachgeschichte
• Kathrin Dräger und Konrad Kunze (Freiburg/Breisgau): Familiennamen und Sprachgeschichte. Familiennamengeographie als Ansatzpunkt für sprachgeschichtliche Rekonstruktionen. S. 211-244.
• Horst Naumann (Grimma): Familiennamne und Sprachgeschichte. Die Herausbildung des Gesamtnamens in Gebieten Ostmitteldeutschlands als sozial- und sprachgeschichtliche Erscheinung. S. 245-270.
• Antje Dammel und Mirjam Schmuck (Mainz): Familiennamen und Dialektologie. S. 271-296.
• Rolf Bergmann (Bamberg) und Ursula Götz (Rostock): Zum Aufkommen der Großschreibung der Familiennamen. S. 297-330.
• Saskia Luther (Magdeburg): Familiennamen niederdeutscher Herkunft. S. 331-350.
• Isolde Hausner (Wien): Regionalspezifische Familiennamen in Österreich. S. 351-364.
• Rolf Max Kully (Solothurn/Schweiz): Form und Inhalt der Deutschschweizer Familiennamen. S. 365-392.

4. Familiennamen - Migration - Integration
• Hans Walther (Leipzig): Herkunftsfamiliennamen aus Ratslisten, Ratsbüchern und weiteren Prominentenverzeichnissen der Stadt Leipzig als Zeugnisse der städtischen Zuwanderung. S. 397-420.
• Gundhild Winkler (Leipzig): Jüdische Familiennamen im Deutschen. Dargestellt an den Familiennamen der Juden in Leipzig. S. 421-438.
• Andrea Brendler (Hamburg): Italienische Familiennamen im Deutschen. Zeugen für Zuwanderung und Integration seit Jahrhunderten. S. 439-458.
• Margit Hartig und Judith Schwanke (Leipzig): Französische Familiennamen im deutschen Sprachgebiet. S. 459-473.

5. Familiennamen und Gesellschaft
• Volker Kohlheim (Bayreuth): Familiennamen und Mentalitätsgeschichte. S. 477-494.
• Peter Ernst (Wien): Familiennamen als soziales Phänomen. Zur "sprachlichen Höflichkeit" von Familiennamen. S. 495-502.
• Rosemarie Gläser (Dresden): Familiennamen und Pseudonyme. S. 503-526.
• Angelika Bergien und Anja Blachney (Magdeburg): Familiennamen und ihre Wirkung als Komponenten von Firmennamen. S. 527-536.
• Gerhard Koss (Weiden/Oberpfalz): Familiennamen und Firmennamen in Wirtschaft und Gesellschaft: Pioniere - Gründerväter - Aktionäre. S. 537-570.

6. Methodik der Familienforschung
• Silvio Brendler (Hamburg): Familiennamenforschung und Genealogie. S. 575-594.
• Uta-Dorothee Immel, Manfred Kleiber und Michael Klintschar (Halle/Saale): Molekulargenetische Methoden und ihre Anwendbarkeit in der Genealogie. S. 595-602.
• Wolfgang Janka (Regensburg): Zur Methodik der Familiennamenforschung unter regionalem Aspekt: Die Namen Eidenschink, Eigenschink und Eisenschink im Spannungsfeld Mündlichkeit - Schriftlichkeit. S. 603-614.
• Arne Felske (Nufringen) und Volkmar Hellfritzsch (Stollberg): Zur kartographischen Darstellung digital gespeicherter Familiennamen. S. 615-632.



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