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Die schlesischen Niederlassungen der Herrnhuter Brüdergemeine Gnadenberg, Gnadenfrei und Gnadenfeld. Beispiele einer religiös geprägten Siedlungsformvon Birgit A. Schulte (= Quellen und Darstellungen aus der schlesischen Geschichte, Band 31)
Mit dem Beginn preußischer Herrschaft in Schlesien bot sich auch für die Herrnhuter, eine kleine, aus der Oberlausitz stammende protestantische Freikirche, nach zwei Jahrzehnten der Verfolgung die Chance, öffentlich wirksam zu werden. Die Anerkennung durch den neuen Regenten bedeutete aber nicht nur das Ende jedweder Unterdrückung, sie fand darüber hinaus Ausdruck in einer weitreichenden Generalkonzession des Königs, nach der sich die ‚Zinzendorfianer‘ zu religiösen Gruppen zusammenschließen und im Land an der Oder eigene Orte anlegen durften. Als Zentren des neuen Gemeindelebens entstanden so in der Folgezeit gleich mehrere Niederlassungen, zumeist kleine Gewerbestandorte. Was war nun das Besondere an diesen Herrnhuter Siedlungen? Wie lassen sich die einzelnen Elemente, ihre architektonische Gestalt und Funktion interpretieren? Schufen die Brüder gar einen eigenen Orts-Typus, den sie für die kongeniale (räumlich-topographische) Entsprechung ihrer geistigen Werte hielten? Diesem Beziehungsgeflecht zwischen der religiösen Verfaßtheit sozialer Gruppen und ihrer potentiell spezifischen Formung von Kulturlandschaft widmet sich der vorliegende Band. Die historisch-geographische Studie verfolgt dabei ein doppeltes Ziel. Sie diskutiert zum einen exemplarisch grundlegende Fragen nach der Raumwirksamkeit von ethisch-moralischen Grundsätzen und beleuchtet zum anderen im Längsschnitt eine überaus interessante Facette schlesischer Siedlungsgeschichte vom 18. bis 20. Jahrhundert.
2008. 480 S., zahlr. Abb., Festeinband, Euro 60,00 (978-3-7686-3502-8)
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